Wie entsteht ein Gedicht?
Ein Gedicht entsteht bei mir selten am Schreibtisch.
Es beginnt nicht mit dem Plan:
„Jetzt schreibe ich etwas.“
Es beginnt mit einem Gefühl.
Der erste Impuls
Manchmal ist es ein Satz, der plötzlich im Kopf auftaucht.
Manchmal ein Bild.
Manchmal nur ein Wort.
Sehnsucht.
Abschied.
Sommerabend.
Stille.
Ich halte diesen Moment fest.
Oft nur ein paar Zeilen.
Roh. Ungeordnet. Unfertig.
Ein Gedicht entsteht nicht aus Struktur –
es entsteht aus einem Impuls.
Zwischen Gefühl und Form
Der erste Entwurf ist fast immer spontan.
Später lese ich ihn noch einmal.
Streiche.
Verdichte.
Verkürze.
Ein Gedicht lebt vom Weglassen.
Während ein Roman erklären darf,
muss ein Gedicht konzentrieren.
Was nicht unbedingt nötig ist, fliegt raus.
Kein festes Schema
Ich habe kein festes System.
Keine bestimmte Uhrzeit.
Keinen festen Ort.
Manche Gedichte entstehen unterwegs.
Manche abends.
Manche nach einem Gespräch.
Manche nach einer Enttäuschung.
Manchmal dauert es fünf Minuten.
Manchmal bleibt ein Gedicht Tage liegen, bis es sich „richtig“ anfühlt.
Wenn ein Gedicht fertig ist
Woran merke ich, dass es fertig ist?
Nicht an der Reimstruktur.
Nicht an der Länge.
Sondern daran, dass es sich ruhig anfühlt.
Wenn ich es lese und nichts mehr hinzufügen möchte.
Wenn kein Wort stört.
Wenn der Ton stimmt.
Dann lasse ich es stehen.
Zwischen Spontanität und Disziplin
Ein Gedicht beginnt spontan.
Aber es endet bewusst.
Ich glaube, diese Mischung macht es aus.
Es ist nicht reine Eingebung.
Aber auch kein technisches Konstrukt.
Es ist ein Moment, der eine Form bekommt.
Fazit
Ein Gedicht entsteht bei mir nicht nach Plan.
Es beginnt mit einem Gefühl,
wird durch Reduktion klarer
und endet, wenn es still wird.
Vielleicht ist das der einfachste Weg, es zu beschreiben.

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